Samstag, 14. April 2018, 18:45 Uhr

Thelma is horror viewed through a lens of poetry.

Dread Cinema

…an elegant way of approaching fantasy cinema.

Fotogramas

 

A weirdly enthralling supernatural thriller.

Minneapolis Star Tribune

 

It’s chilly in Oslo, and in this movie; the better to sneak up on you quietly, like an unexpected shiver.

Seattle Times

Bis der Titel ‚Thelma‘ über die Leinwand flimmert, sind gerade einmal vier Minuten vergangen. Doch die sich davor aufwerfende Frage begleitet den Zuschauer wesentlich länger. Im Prolog sehen wir einen Mann und ein kleines Mädchen. Sie sind auf einem Jagdausflug, laufen auf einem gefrorenen See und kreuzen im schneeverhüllten Wald schließlich den Weg eines Rehs. Der Mann legt das Gewehr an und zielt – auf das Mädchen. Wieso will er sie erschießen? Die Frage wird sich im Verlauf des Films klären. Dabei folgen wir der erwachsenen Thelma, die sich im Studium alleine zurecht finden muss. Zunächst zurückhaltend, legt sie zunehmend die Verhaltensmuster ihrer streng christlichen Erziehung ab. Sie beginnt zu trinken, zu rauchen und verliebt sich in ihre Freundin Anja. Währenddessen plagen sie Selbstzweifel und Schuldgefühle. Besonders die Anziehung zu Anja treibt Thelma in eine Sinnkrise.

Dies klingt soweit vertraut, allerdings sind da noch epileptische Anfälle, tote Vögel und kreuchende Schlangen.

In seinem vierten Spielfilm beschäftigt sich Joachim Trier erneut mit existentiellen Fragen. Er konzentriert sich dabei sehr auf die titelgebende Figur und ihre Identitätsfindung. Meistens zeigt er die Hauptdarstellerin im Zentrum der Bildkomposition oder ihr Gesicht in Nahaufnahme. Geduldig spannt er den Erzählbogen, schafft intensive Szenen und entblättert behutsam die zutiefst traurige Vergangenheit der Protagonistin und ihrer Familie. Die Geschichte beginnt er im Realen, bedient sich jedoch auch einer überwirklichen Atmosphäre. All dies macht den offiziellen Beitrag Norwegens für den besten fremdsprachigen Film bei den Oscars 2018 äußerst sehenswert.

Norwegische Originalversion mit Untertiteln
NOR 2017
116 Min.

REGIE:
Joachim Trier

DREHBUCH:
Eskil Vogt, Joachim Trier

PRODUKTION:
Thomas Robsahm

MUSIK:
Ola Fløttum

KAMERA:
Jakob Ihre

MIT:
Eili Harboe, Kaya Wilkins, Henrik Rafaelsen, Ellen Dorrit Petersen u.a.

KONTAKT:
Koch Films / Filmagentinnen