The Untamed

26.10. | 19:30 Uhr

 

…a fantastical premise collides with Escalante’s solemn realism, making for a quiet, unforgettable mash-up, inspired by director Andrzej Zulawski’s Possession.

Village Voice

 

The forest has a bit of Antichrist, but it’s far less pretentious and way more enjoyable.

EscribiendoCine

An explicit and excoriating story of eros unmoored and unmooring – the devastating power of sexual pleasure when it’s stripped of both function and meaning.

San Diego Reader

 

It’s rare and welcome to see a film mix elements of the paranormal with such a fine grasp on the drama of everyday life.

Gay City News

Einsamkeit, Lügen und unterdrückte Triebe, davon ist der Alltag des Ehepaars Ángel und Alejandra in der mexikanischen Provinz Guanajuato geprägt. Während Alejandra einem öden Job in der Süßwarenfabrik nachgeht, unterhält ihr Mann eine geheime Affäre mit ihrem Bruder Fabián – gerade in der erzkatholischen mexikanischen Provinz müssen solche Neigungen natürlich überaus diskret behandelt werden.

Doch alles ändert sich als ein Meteorit einschlägt und die mysteriöse Verónica mit einer klaffenden Wunde bei Fabián, seines Zeichens Krankenpfleger, auftaucht. Verónica zeigt Alejandra einen Ausweg aus ihrer sexuellen Frustration: eine kleine Hütte am Waldrand, welche die Bewohner des nahegelegenen Kaffs geradezu magisch anzieht. Dort scheint jedem Menschen unendliche Befriedigung geschenkt zu werden. Doch jede Lust verlangt auch Opfer…

Im Science-Fiction-Grusel-Gewand entwirft The Untamed eine bezeichnende Gesellschaftsanalyse über Katholizismus, Heuchelei, tiefste Misogynie und vehement unterdrückter Triebe. Dabei sind die Einflüsse von Andrzej Zulawskis bizarrem Meisterstück Possession zu jeder Zeit spürbar und doch schafft es Regisseur Amat Escalante seinem Film zwischen traumverlorener Fantastik und harschem Sozialrealismus seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. In der kleinen Hütte am Rand des Waldes schafft er eine eindrückliche Metapher für die destruktiven Kräfte der menschlichen Gemeinschaft und die Wirkung einer nach außen verlagerten Form verdrängter Triebe und Sehnsüchte. Ein fleischgewordenes Sinnbild eines kaputten, traurigen, verzweifelten Landes, das so große Filme hervorbringt.

Im Rahmen des Filmschwerpunkts Cine Más könnt ihr euch The Untamed am 26. Oktober entweder einzeln oder als Double Feature zusammen mit We are the Flesh (21.45 Uhr), an der Abendkasse zum vergünstigten Preis, anschauen.

Spanische Originalversion mit deutschen Untertiteln

MEX/DEN/FRA/DEU/NOR/SWE 2016

98 Min.

Regie:
Amat Escalante

Drehbuch:
Amat Escalante, Gibrán Portela

Musik:
Lass Marhaug

Kamera:
Manuel Alberto Claro

Mit:
Ruth Ramos, Jesús Meza, Simone Bucio, Edén Villavicencio u.a.

FSK 16