“ALS HÄTTE DAVID LYNCH EIN DREHBUCH VON HELGE SCHNEIDER VERFILMT.”

– Spiegel Online

“ALLEGORISCH, GRAUENERREGEND, MYSTERIÖS.”

– Exberliner

„EIN BIZARRES MEISTERSTÜCK DES SONDERBAREN KINOS.”

– TAZ

 

 

Skurril, grotesk, absurd erscheint Nikias Chryssos Debütfilm Der Bunker auf den ersten Blick. Doch dem Film geht es um mehr als verstörende Bilder und cineastischen Konventionsbruch. Ein Bunker – also ein Bauwerk, das als Schutz vor äußeren Gefahren errichtet wird. Genau in jener Baulichkeit lebt eine Familie in ihren ganz eigenen bizarren Familienstrukturen. Hier ziehen klassisch Mutter und Vater ihren vermeintlich achtjährigen Sohn Klaus auf, der allerdings bereits das Aussehen eines Dreißigjährigen besitzt. Abgeschottet und fernab aller gesellschaftlichen Konventionen genießt das Söhnchen dort den Privatunterricht und die Weltanschauungen des Vaters. Dieser möchte Klaus zu intellektuellen Höchstleistungen motivieren – überall weltweit einsatzfähig solle er sein. Schließlich müsse sein Junge eines Tages nichts Geringeres als Präsident werden und ins Weiße Haus einziehen.  Gerne darf diesem väterlichen Bestreben mit anachronistischen Pädagogikformen nachgeholfen werden, wie dem Bambusstecken, der für Nichtgehorsam immer unter der Karte im privaten Klassenzimmer des Hauses einsatzbereit liegt. Klaus ist von den Ansprüchen seiner Eltern völlig überfordert.

An der Rahmenhandlung ist bereits die psychologische Tiefe dieses Familiendramas mit subtilen Gruselelementen zu erkennen. Denn entwicklungspsychologisch ist es für Klaus unmöglich, in dieser sozialen Isolation, in der elterlichen Bunker-Einöde, eine eigene Persönlichkeit zu entfalten. Der Einfluss des pseudointellektuellen Vaters und das strenge Regiment der Mutter halten Klaus Selbstkonzept klein, so klein wie die klaustrophobischen Zustände in den Räumlichkeiten des Bunkers. Erst als eines Tages ein (namenloser) Student in die familiäre Festung einzieht, um sich in der landschaftlichen Abgeschiedenheit in Ruhe seiner wissenschaftlichen Arbeit zu widmen, bekommen die verkrusteten Familienverhältnisse erste Risse, denn: von nun an soll der Student Klaus unterrichten. Beide verbrüdern sich jedoch und Klaus beginnt, einen eigenen Charakter mit ganz individuellen Eigentümlichkeiten aufzubauen, was für alle Protagonisten in dem irrwitzigen Kammerspiel fatale Folgen nach sich zieht.

Nikias Chyssos sagt über seinen Film, dass dieser ein „lustiger Alptraum“ sei. Und der Spiegel schreibt, dass der Streifen eine Mischung aus David Lynch und Helge Schneider darbiete. In der Tat besitzt Der Bunker die sphärischen Elemente eines klassischen Lynchs, den Anarcho-Humor eines Helge Schneider und die Empfindsamkeit eines Familiendramas, mit ganz viel Liebe zum Detail – made in Germany.

Deutsche Originalversion

Do., 14.04.16, 20:00 Uhr | Fr., 15.04.16, 21:45 Uhr | Sa., 16.04.16, 19:30 Uhr
Mo., 18.04.16, 19:30 Uhr | Fr., 22.04.16, 20:30 Uhr | Mo., 25.04.16, 19:30 Uhr | Di., 26.04.16, 21:45 Uhr